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Tag der Ausbildung

Tag der Ausbildung

Die Auszubildenden des Amtes Südtondern veranstalten am 15.06.2017 von 15:30 – 17:00 Uhr im Amtsgebäude den jährlichen „Tag der Ausbildung“. Am Tag der Ausbildung soll den Interessierten vermittelt werden, was sie während eines Praktikums bzw. der 3-jährigen Berufsausbildung zur/zum Verwaltungsfachangestellten alles lernen werden.

Laden sie hier den Flyer herunter…

Nordfriesen auf dem Energie-Olymp

Nordfriesen auf dem Energie-Olymp

 

Die Westküste ist nicht nur die Wiege der modernen Windkraft-Nutzung, die Nordfriesen können auch mit einer ganzen Reihe weiterer innovativer Ideen und Projekte aufwarten. Das Engagement findet inzwischen auch überregional Anerkennung: Fünf vorbildliche kommunale Energiespar-Initiativen aus Nordfriesland sind auf dem Aschberg in Ascheffel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) im Rahmen der „Energie-Olympiade“ ausgezeichnet worden. Dazu hatte die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH) nach 2015 zum zweiten Mal zum „Gipfeltreffen der Energiesparkommunen“ in die Hüttener Berge eingeladen. Insgesamt schüttete die EKSH bei diesem Landeswettbewerb, der seit 2007 veranstaltet wird, 100.000 Euro an neun Kommunen, drei kommunale Zusammenschlüsse und einen Ehrenamtler aus.

Das sind die Preisträger aus Nordfriesland und ihre Projekte:

❏ Gemeinde Klixbüll:„Car-Sharing mit Vorbildcharakter“ – führt zu einer CO2-Einsparung von zweieinhalb Tonnen pro Jahr (Preisgeld: 7500 Euro).

Wenn Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer mittags von seinen morgendlichen Terminen zurückkommt, steht Hauke Harder schon bereit. Denn für die Nachmittagsstunden hat er das elektrisch betriebene Fahrzeug mit dem prägnanten Spruch „Teilen, das neue Haben“ auf der Webseite gebucht. Seit 2016 betreibt die Gemeinde das sogenannte Dörpsmobil. Der eigens dafür gegründete Verein hat heute 20 Mitglieder, die das Auto für 60 Euro im Jahr sowie 3,50 Euro pro Stunde nutzen können. Gebucht werden kann es auf einer extra eingerichteten Internetseite. Damit auch immer genug Strom vorhanden ist, wurden mehrere Ladesäulen installiert.

❏ Gemeinde Sprakebüll:„Was uns bewegt, treibt uns an“ – führt zu einer CO2-Einsparung von 40 Tonnen pro Jahr (Preisgeld: 7500 Euro).

Dass die Windräder des Bürgerwindparks wegen mangelnder Netzkapazitäten regelmäßig ausgesteuert werden und so keinen Strom produzieren können, sorgt im Ort für Unzufriedenheit. Also hat man sich Gedanken gemacht, wie sich der eigene Strom selbst nutzen lässt. Ergebnis: Heute sind in der Gemeinde 20 elektrisch betriebene Autos – davon vier für die Kommune – unterwegs, was Sprakebüll zu dem Dorf mit der größten E-Mobilitätsdichte Deutschlands macht. Wie in Klixbüll, gibt es auch hier ein Dörpsmobil samt Verein – einmaliger Mitgliedsbeitrag 25 Euro, Nutzungsgebühr 2,50 pro Stunde.

❏ Eider-Treene-Sorge GmbH:„E-Mobilität in der Tourismus-Region“ – führt zu einer CO2-Einsparung von zehn Tonnen pro Jahr (Preisgeld: 5000 Euro).

Im Gegensatz zu großen Ballungsräumen ist die Infrastruktur für E-Mobilität vor allem auf dem Land nach wie vor nur gering ausgebaut. Deshalb hat die von acht Ämtern getragene Eider-Treene-Sorge GmbH konkrete Maßnahmen ergriffen: Es wurden zehn E-Mobile als Dienstwagen geleast und elf frei zugängliche und kostenlos nutzbare E-Ladesäulen installiert. Damit soll den Anforderungen der Daseinsvorsorge Rechnung getragen und die Region als touristisch attraktives Gebiet gestärkt werden. Zum preiswürdigen Paket gehört noch mehr: Alle Ämter nehmen geschlossen am Forschungsprojekt „ePowered Fleets Hamburg“ teil, das die E-Mobilität und ihr Potenzial in einem klar begrenzten Raum erforscht. Dazu gibt es Flyer, einen Messestand für Veranstaltungen und Rundreisen sowie Dienstwagen mit touristischen Motiven, die als rollende Werbeträger durch ganz Schleswig-Holstein fahren. Ein Imagefilm bewirbt die Leichtigkeit des E-Mobilfahrens in den sozialen Medien.

❏ Regionale Kooperation Westküste:„Verschiedenheit als Potenzial“ – führt zu einer CO2- Einsparung von 6870 Tonnen pro Jahr (Preisgeld: 5000 Euro).

Die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg fördern die E-Mobiliät: An der Westküste entsteht ein flächendeckendes Netz an Schnell-Ladestationen für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Eine von der Regionalen Kooperation Westküste – darunter die vier heterogenen Kreise mit teils grundverschiedenen Ausgangssituationen – vorgelegte Machbarkeitsstudie listet 19 optimal geeignete Standorte entlang der Autobahn 23 und der Bundesstraße 5 zwischen Elbe und dänischer Grenze auf. Das Papier umfasst alle technischen, rechtlichen und ökonomischen Eckpunkte – erste Betreiber sind bereits gefunden.

❏ Dr. Uwe Kurzke: Energieheld (Preisgeld: 1000 Euro).

Der gebürtige Rheinländer lebt seit 1987 auf Pellworm, wo er sich seit rund 30 Jahren für eine nachhaltige Insel und eine sinnvolle Regionalentwicklung engagiert. Der langjährige Inselarzt ist Mitbegründer und Funktionsträger der Energie AG, des Vereins Watt  +  Mehr sowie des Vereins Ökologisch Wirtschaften. Dr. Uwe Kurzke organisierte Themen-Workshops, aktivierte Bürger und entwickelte Ideen für die Insel, die Einwohner und den Klimaschutz. So gibt es seit mehr als 20 Jahren einen Bürgerwindpark, der die vielfache Menge des auf der Insel benötigten Stroms erzeugt

20 E-Autos auf 240 Einwohnern

20 E-Autos auf 240 Einwohnern

Ein lautlos anfahrendes Elektroauto ist in der Dorfstraße von Sprakebüll schon längst keine Seltenheit mehr. Die kleine Gemeinde zählt gerade einmal 240 Einwohner, doch bewegt zurzeit Großes: Sie entwickelt sich immer mehr zum „e-mobilen Dorf“ und setzt klare Zeichen Richtung Energiewende. 20 Elektroautos sind im Dorf angemeldet. 15 neue E-Autos wurden allein seit Dezember geleast. Jeder Wagenbesitzer besitzt zudem eine eigene Ladestelle am Haus. Bezuschusst wurden die E-Autos vom Bürgerwindpark Sprakebüll und vermittelt vom Green-Tec-Campus aus Enge-Sande in Zusammenarbeit mit Renault aus Norderstedt und Nissan aus Langenhorn. Am Mittwochabend wurden diese 20 Autos vor der Gaststätte zur Schau gestellt, und Bürgermeister Karl-Richard Nissen sowie alle Beteiligten luden die Gemeinde und Interessenten zum Infoabend über das E-Carsharing und den neu gegründeten Verein „e-Mobiles Dorf Sprakebüll e.V.“ ein.

Die einschneidende Idee zum Projekt, aus Sprakebüll ein e-mobiles Dorf zu machen, kam von den Geschäftsführern des örtlichen Bürgerwindparks Sprakebüll im Sommer letzten Jahres. „Wir wollten unseren eigenen Strom benutzen und nicht das Benzin der Tankstelle“, so Hans-Christian Andresen und sein Sohn Christian Andresen. Einwohner sowie Bürgermeister zeigten sofort Begeisterung und Engagement für das Vorhaben, Sprakebüll „grün“ zu machen. „Wir hatten es plötzlich mit einer sechsstelligen Summe zu tun, mit der wir bis dato nie in Berührung gekommen waren, aber im Endeffekt hat alles geklappt, und unser Mut hat sich ausgezahlt“, sagt Karl-Richard Nissen stolz über das teure Projekt.

Nun hat die Gemeinde auch ein eigenes sogenanntes „Dörpsmobil“ auf vier Jahre geleast. Der Verein „e-Mobiles Dorf Sprakebüll e.V.“ wurde anlässlich dafür Anfang April gegründet und ermöglicht den Mitgliedern das E-Carsharing des „Dörpsmobil“. Stundenweise wird das Auto vermietet und in dem eigens angelegten Carport an der Ladestation aufgeladen. Finanziert wird das Ganze von der Gemeinde, der Bürgerstiftung Sprakebüll sowie vom Bürgerwindpark Sprakebüll.

„Es sollte mehr Dörfer geben wie Sprakebüll“, betonte die anwesende Ingrid Nestle von den Grünen und lobte die Leistung der Gemeinde. Auch Stephan Wiese von Green-Tec-Campus, der die E-Autos vermittelte, zeigte sich begeistert von der Gemeinde: „Hier sind die Macher, hier ist die Energie.“

In den nächsten Wochen wird Sprakebüll seine erste Schnell-Ladestation einbauen und das Dorf somit auch für Durchfahrende attraktiv machen. An einer Schnell-Ladestation dauert das Aufladen nur eine halbe Stunde statt der üblichen zwei Stunden.

Das Vorhaben zeigt große Wirkung: Mit 20 E-Autos auf 240 Einwohnern hat Sprakebüll die größte E-Auto Dichte pro Einwohner in ganz Deutschland. 10 000 Liter Kraftstoff hätten sie bereits durch die Nutzung der E-Autos eingespart. Und in Zukunft ist das Ziel nicht nur, mehr E-Autos zu leasen, sondern auch die Landwirtschaftsfahrzeuge mit Kraftstoff aus dem Bürgerwindpark zu versorgen. Karl-Richard Nissen betont: „Wir beweisen, dass E-Mobilität auch auf dem Dorf funktioniert“.